Die Wirtschaftskrise ist an Vectron (WKN A0K EXC) nicht vorbeigezogen. Der Start ins laufende Jahr ist aber gelungen. 2010 dürfte das Geschäft daher wieder anziehen. Ab 2011 wird der eigentliche Wachstumsschub erwartet.
Vectron Systems lässt mit seinen intelligenten Kassensystemen weltweit die Kassen klingeln. Neben den Zeltwirten auf dem Oktoberfest greifen auch Fast-Food-Ketten in Las Vegas, Restaurants am australischen Great Barrier Reef und zahlreiche Bäckereien auf die technologisch führenden Produkte der Münsteraner zurück. Neben der Krise machte sich im 2009er-Zahlenwerk ein ausgebliebener Großauftrag bemerkbar. Bei einem um 13 Prozent rückläufigen Umsatz brach der Gewinn von 2,6 Millionen auf 0,1 Millionen Euro ein. Immerhin: Der operative Cashflow ist positiv geblieben.
Gelungener Jahresstart
Das erste Quartal 2010 ist plangemäß verlaufen. Der Umsatz erreichte mit 5,4 Millionen Euro das Niveau des Vorjahresquartals, ebenso wie das in etwa ausgeglichene Nachsteuerergebnis. Aber: im Vorjahresquartal hat ein erheblicher Auftragsvorlauf aus 2008 für das seinerzeit neu vorgestellte Kassenmodell "Vectron POS SteelTouch" zum Umsatz beigetragen. Dass im aktuellen Quartal dennoch das Umsatzniveau des Vorjahres gehalten werden konnte, ist auf die seit Anfang März spürbar anziehende Nachfrage zurückzuführen.
Innovative Produkte
Die Talsohle scheint also durchschritten. Der Vorstand hat die Zeichen der Zeit erkannt und die richtigen Investitionen getätigt. Um das Geschäft anzukurbeln, bietet Vectron Kunden, die in neue Kassensysteme investieren wollen, aber die gewünschte Finanzierung über ihre Hausbank nicht realisiert bekommen, ein eigenes Finanzierungsmodell. Die Kredite im sechsstelligen Bereich, die Vectron seit November 2009 vergeben hat, fallen nicht zu sehr ins Gewicht. Das Unternehmen ist mit sechs Millionen Euro Cash und ohne kurzfristige Bankschulden bilanziell gut aufgestellt (Eigenkapitalquote 88 Prozent). Die zusätzlichen Umsätze tun dagegen gut. Bei Rohmargen von über 60 Prozent stecken in jeder zusätzlichen Million Umsatz rund 600.000 Euro Vorsteuergewinn. Ein leichtes Erlösplus schlägt sich also in überproportional steigenden Gewinnen nieder. Da passt es ins Bild, dass Vectron Ende des Jahres neue, innovative stationäre Kassensysteme einführen will.
Wachstumsschub in 2011
Malte Schaumann von SES Research zeigt sich optimistisch: "Eine breite Einführung neuer Produkte und ein besseres wirtschaftliches Umfeld sollten die Basis für deutliches Umsatzwachstum in 2011 sein", so der Analyst. Er erwartet bis 2011 wieder zweistelligen EBIT-Margen und sieht die Aktie bei 24,50 Euro fair bewertet. Findet Vectron wie geplant zurück auf den Wachstumspfad, dürften die Kassen spätestens ab 2011 wieder kräftig klingeln – beim Unternehmen und bei Anlegern, die sich die Aktie schon heute ins Depot legen.