Kursverlauf der Vectron-Aktie war in 2011 nur relativ zufriedenstellend / Optimismus für 2012

12. Januar 2012

Bei einem Rückblick auf das Aktienjahr 2011 muss man festhalten, dass die Kursentwicklung der Vectron-Aktie mit einem Minus von ca. 19% im Zeitraum 1.1.2011 bis 31.12.2011 sicherlich nicht zufriedenstellend war. Niemand investiert in Aktien oder eine andere Anlagegattung, um einen Verlust zu erzielen.
Nach erfreulichen Kursgewinnen in 2010 hielt sich die Vectron-Aktie bis zum Sommer 2011 auch sehr stabil, konnte sich dem Sog des allgemeinen Börsen-Kurssturzes im August allerdings natürlich nicht entziehen.
Aus operativer Sicht muss zugestanden werden, dass die für 2011 geplanten Unternehmensziele  –  großflächige Markteinführung von bonVito sowie Einführung der neuen stationären Kassensysteme – aufgrund der technologischen Komplexität der Projekte erst zum Jahresende und damit zum Ablauf des Geschäftsjahres erreicht wurden. Aufgrund dieser nicht erwarteten, deutlichen Verspätung hat sich der Optimismus, was den Erfolg der Produkteinführungen und die sich ergebenden Geschäftszahlen sowie den Aktienkurs betrifft, auf 2012 verschoben. Gleichzeitig wurde auch in 2011 zum Zwecke der Zukunftssicherung weiter in die Technologie investiert, anstatt durch eine Investitionsbremse ein kurzfristig besseres Unternehmensergebnis vorweisen zu können.
Allerdings muss angemerkt werden, dass ein Aktienkurs nicht nur von der operativen Entwicklung der Unternehmenskennzahlen, sondern auch vom Gesamtmarktumfeld geprägt wird. Ändert sich das Verhältnis von Angebot und Nachfrage bei Aktien aufgrund veränderter Betrachtung der Risikoprämien, so ändert sich das Kurniveau einer Aktie auch aus diesem Grunde. Der Entry Standard Index der Deutsche Börse AG, in dem auch die Vectron-Aktie gelistet ist, ist seit dem Vectron-Listing im Frühjahr 2007 von über 1.100 Punkten auf aktuell rund 380 Punkte auf ein Allzeittief gefallen. Hätte sich die Vectron-Aktie mit dem Indexdurchschnitt der ca. 130 dort gelisteten Werte entwickelt, so läge bei einem Emissionskurs von seinerzeit rund 18 Euro der heutige Kurs bei ca. 5,90 Euro und nicht bei ca. 10,50 Euro – auch wenn dieser für die Vectron-Aktie ebenfalls fast das Alltime-Low darstellt, was nach dem Börsensturz im August 2011 allerdings auch bei praktisch allen anderen Werten der Fall ist. So haben die Aktien aus Vectrons Peergroup wie Wincor Nixdorf (-43%), Casio (-29%) oder Höft&Wessel (-32%) noch weitaus größere Kursverluste zu verkraften.
Wenn Index und Aktienkurs sich im Bereich des Alltime-Low bewegen und gleichzeitig operativ aktuelle Chancen auf eine Geschäftsbelebung bestehen, ist eigentlich ein guter Zeitpunkt zum Einstieg in eine Aktie gegeben. Angesichts der weltweiten Finanz- und Verschuldungsproblematik einschließlich der Euro-Diskussion bleibt abzuwarten, inwiefern in 2012 eine sich möglicherweise negativ entwickelnde Gesamtkonjunktur den unternehmensinternen Optimismus dämpfen wird.
Angesichts der Unternehmenssubstanz – z.B. fast 5 Euro Cahreserve je Aktie, keine Bankverbindlichkeiten, 89% Eigenkapitalquote – sollte das aktuelle Risiko für den Vectron-Aktionär in Relation zu den Chancen sehr begrenzt sein, zumal es auch für das Geschäftsjahr 2011 eine Dividendenzahlung geben wird, die mindestens auf dem Niveau der Vorjahresdividende liegen wird.
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